Erdbeben in Usbekistan

In Mittelasien sind die Staatsgebiete von Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan eng miteinander verzahnt. Bebt in dieser Region die Erde, hat dies oft Auswirkungen auf die beiden anderen Länder.

Tektonische Ursachen

Wie in Kirgisistan und Tadschikistan ist auch für die Erdbeben in Usbekistan die Indische Kontinentalplatte verantwortlich. Diese Platte kollidiert mit der Eurasischen Platte und faltet hier die höchsten Gebirge der Welt auf. Die Kollisionszone, in der mit starken Erdbeben zu rechnen ist, reicht in weitem Bogen von Myanmar im Osten bis ins Pamir-Gebirge im Westen. Usbekistan liegt zu Füßen des Pamir und seiner zahlreichen Ausläufer.

Ausgewählte historische Erdbeben

Viele Epizentren von Erdbeben gruppieren sich rund um das „Fergana-Tal“. Dabei handelt es sich um eine dicht bevölkerte, von Hochgebirgen umrahmte Senke. In dieser potenziellen Erdbebenzone leben rund 10 Millionen Menschen.

Erdbebenkarte von Usbekistan:


A: Fergana-Tal (23. November 823)
B: Andishan (16. Dezember 1902) – Magnitude 6,4
C: Qaratog/Grenze zu Tadschikistan (21. Oktober 1907) – Magnitude mind. 7,4
D: Fergana-Tal (20. Juli 2011) – Magnitude 6,1

Besonders schwere Beben

Das wahrscheinlich früheste überlieferte Beben wurde im Fergana-Tal im Jahr 823 n.Chr. notiert (Markierung A auf der Karte). Etwa 15.000 Menschen sollen seinerzeit ums Leben gekommen sein. Nach einigen Jahrhunderten ohne Quellenangaben ist für das Jahr 1902 ein schweres Beben bei Andishan, ebenfalls im Fergana-Tal, dokumentiert. Fast 5000 Tote lautet hier die Bilanz.

Die bislang letzte Katastrophe größeren Ausmaßes traf 1907 den Ort Qaratog, die zu Tadschikistan gehört, aber sehr nahe an der usbekischen Staatsgrenze liegt (Markierung C). Auch hier ist von bis zu 15.000 Opfern die Rede.