Erdbeben in Österreich

In Österreich sind Erdbeben eine Rarität. Seit Beginn historischer Aufzeichnungen wurden in der Alpenrepublik nur etwa 18 Beben mit einer Magnitude von mindestens 5,0 gezählt.

Tektonische Ursachen

Österreich befindet sich auf der Eurasischen Kontinentalplatte. Zwar haben tektonische Prozesse an der Herausbildung der Alpen mitgewirkt, die seismisch aktiven Gebiete liegen heute jedoch südlich der Alpen, vor allem in Italien.

Ursächlich für die (moderaten) österreichischen Beben sind verschiedene Störungszonen: Wiener Becken und Mur-Mürztal-Störung, Laventtal-Störung (Kärnten) und Inntal-Störung.

Ausgewählte historische Erdbeben

Die Bebenhäufung im Wiener Becken lässt sich auch an der folgenden Karte ablesen. Ebenfalls markiert ist ein Epizentrum in der italienischen Provinz Friaul (Markierung C): Das „große Villacher Beben“ von 1348 war nämlich kein originär österreichisches Ereignis, sondern hatte seinen Erdbebenherd in dem südlichen Nachbarland.

Erdbebenkarte von Österreich:


A: Katschberg (4. Mai 1202) – Magnitude 6,1
B: Kindberg (8. Mai 1267) – Magnitude 5,4
C: Friaul/Italien (25. Januar 1348) – Magnitude 6,8
D: Riederberg, „Neulengbacher Beben“ (15. September 1590) – Magnitude 5,7
E: Hall/Tirol (17. Juli 1670) – Magnitude 5,2
F: Schwadorf (8. Oktober 1927) – Magnitude 5,2
G: Namlos (7. Oktober 1930) – Magnitude 5,3
H: Seebenstein (16. April 1972) – Magnitude 5,3

Besonders schwere Beben

Abgesehen vom mittelalterlichen Ereignis in Kärnten und Friaul (Markierung C, siehe oben), hat Österreich nur wenige nennenswerte Erdbeben aufzuweisen. Die stärksten Erschütterungen trafen in der Regel das Umland der österreichischen Hauptstadt Wien. Die Erdbeben von Riederberg (Jahr 1590, Markierung D) und Schwadorf (Jahr 1927, Markierung F) wiesen immerhin eine Magnitude von 5,2 auf. Das Riederberger Beben war auch in Wien deutlich spürbar und forderte sogar einige Menschenleben.