Erdbeben in Venezuela

Das Risiko Venezuelas für schwere Erdbeben ist etwas geringer als in den westlichen Staaten Südamerikas. Der Grund: Venezuela liegt relativ weit entfernt von der besonders brisanten Erdplatten-Grenze zwischen der Nasca-Platte und der Südamerikanischen Platte.

Tektonische Ursachen

Entscheidend für die venezuelanischen Beben ist die Relativbewegung zwischen der Südamerikanischen Kontinentalplatte und der Karibischen Platte im Norden des Kontinents. Während sich die Kontinentalmasse langsam nordwärts bewegt, schiebt sie sich über den Ozeanboden der Karibik. Entlang dieser „Subduktionszone“, die von den Niederländischen Antillen und weiteren Inseln markiert wird, kann es zu Erdbeben kommen.

Ausgewählte historische Erdbeben

Unglücklicherweise ist gerade der Norden Venezuelas besonders dicht besiedelt. Hier liegt auch die Hauptstadt Caracas. Die Zone höchster Erdbebengefahr und höchster Einwohnerzahl fallen also zusammen.

Erdbeben in Venezuela
A: Cumaná (4. Februar 1797)
B: Caracas (26. März 1812) – Magnitude 7,7
C: Cúcuta, Grenze zu Kolumbien (18. Mai 1875) Magnitude 7,5
D: Caracas (29. Juli 1967) – Magnitude 6,5
E: Cariaco (9. Juli 1997) – Magnitude 7,0

Besonders schwere Beben

Der größte Verlust an Menschenleben war im Jahr 1812 zu beklagen, als ein starkes Beben Caracas sowie einige Nachbarstädte traf (Markierung B auf der Karte). Nach groben Schätzungen starben in den Trümmern zwischen 15.000 und 20.000 Menschen. Dagegen nimmt sich das Caracas-Beben von 1967 (Markierung D) zunächst recht harmlos aus. Zwar fanden hier „nur“ 240 Menschen den Tod, aber 80.000 Einwohner wurden obdachlos. Auch der volkswirtschaftliche Schaden war mit geschätzten 100 Millionen US-Dollar riesig.

Erwähnenswert ist auch das Erdbeben von Cúcuta (Markierung C). Obwohl das Epizentrum auf dem Staatsgebiet Kolumbiens lag, war auch Venezuela von den Auswirkungen betroffen. Dabei wurden unter anderem die venezuelanischen Kleinstädte San Antonio del Tachira und Capacho zerstört.