Erdbebenversicherung – Nutzen und Grenzen

Fast alle Erdbeben in Deutschland sind sehr schwach und führen zu keinerlei Schäden. Dennoch kann eine Erdbebenversicherung in bestimmten deutschen Regionen Vorteile bringen und finanzielle Risiken minimieren. Von tektonischen Störungen betroffen sind große Teile Baden-Württembergs, das Voralpenland, der Rheingraben, Teile der Fränkischen Alb, die „Kölner Bucht“ sowie der Raum Leipzig-Gera-Chemnitz. Hinzu kommen Gegenden mit einstmals hoher Bergbauintensität, vornehmlich das Ruhrgebiet und das Saarland.

Erdbeben, Erdrutsche und Erdsenkungen verursachen Elementarschäden

In Deutschland (im Gegensatz zu der Schweiz und anderen Ländern) kann der Verbraucher keine eigenständigen Erdbebenversicherungen abschließen. Vielmehr sind diese Teil eines Pakets von „Elementarschadenversicherungen“, die wiederum in die Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen integriert sind. Mit anderen Worten: Beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung kann man entscheiden, das Gebäude optional gegen Erdbeben und andere Elementarschäden (wie Stürme, Überschwemmungen oder Hagel) mitzuversichern.

In diesem Sinne beinhaltet eine Erdbebenversicherung auch den Schutz gegen „naturbedingte“ Erdsenkungen und Erdrutsche – zwei Ereignisse, die in Deutschland deutlich häufiger als Erdbeben auftreten. Erdrutsche kommen insbesondere in bergigen Regionen vor, in denen potenziell instabile, durchfeuchtete Hänge abrutschen können.

Hierzulande gefährden Erdbeben, Erdrutsche und Erdsenkungen selten Leib und Leben der Betroffenen, können an den Gebäuden aber erhebliche Schäden anrichten. Die Palette der Möglichkeiten reicht vom Riss in der Mauer bis zum Kompletteinsturz eines Gebäudes. Auch vor diesen finanziellen Folgen bewahrt eine Erdbeben- bzw. Elementarschadenversicherung (jedenfalls oberhalb der üblichen Selbstbeteiligung).

Fazit: Ist eine Erdbebenversicherung sinnvoll?

Wie bei allen Versicherungsentscheidungen hängt es vom Einzelfall ab, welche Ausgabe sich lohnt. Für Menschen, die in Gebieten wohnen, die für „natürliche“ Erdbewegungen anfällig sind, kann diese Option durchaus sinnvoll sein. Das gilt insbesondere für eine entsprechend angepasste Gebäudeversicherung, weniger für die Hausratversicherung.

Selbstverständlich sollte der Versicherungsnehmer dabei stets das Gesamtpaket sowie das Preis-Leistungsverhältnis im Blick behalten und einen kritischen Versicherungsvergleich anstellen.