Erdbeben in Kroatien

Schwere Erdbeben sind in Kroatien ebenso selten wie in den Nachbarländern Bosnien und Slowenien. Dieser Teil Südeuropas ist somit wesentlich stabiler als beispielsweise das nahe Italien.

Tektonische Ursachen

Für kroatische Erdbeben sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: einerseits die Erdplattengrenze im Westen des Landes und zweitens regionale Verwerfungen wie die Save-Linie.

Kroatien liegt zum überwiegenden Teil auf der Eurasischen Kontinentalplatte. Westkroatien und die vorgelagerten Adria-Inseln gehören dagegen zur Apulischen bzw. Adriatischen Erdplatte. Die Plattengrenze wird vom Dinarischen Gebirge markiert. Obwohl die Relativbewegung zwischen den benachbarten Platten eher gering ist, stellt dies eine Zone erhöhter Erdbebengefahr dar.

Die Save-Linie ist eine Verwerfung, die im slowenisch-österreichischen Grenzgebiet beginnt und sich entlang des Flusslaufes der Save nach Südwesten entwickelt. Sie ist mutmaßlich am Erdbeben in Zagreb 1880 beteiligt.

Ausgewählte historische Erdbeben

Erdbebenkarte von Kroatien:


A: Dubrovnik (6. April 1667)
B: Zagreb (9. November 1880) – Magnitude 8,0

Besonders schwere Beben

In Kroatien sind seit Beginn historischer Aufzeichnungen nur zwei bedeutsame Erdbeben bekannt geworden. Im Jahr 1880 bebte die Erde in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb (Markierung B auf der Landkarte) und zerstörte etliche Gebäude. Die mit Abstand schwerste Katastrophe ereignete sich bereits 1667 in Dubrovnik (Markierung A). Damals starben über 3000 Menschen in den Trümmern der Stadt an der Adria. Drei Viertel aller Häuser wurden zerstört.