Erdbeben in Peru

Wie beim südlichen Nachbarland Chile verläuft die seismisch aktive Zone parallel zur Küstenlinie. Eine Besonderheit: Fast alle bedeutenden Epizentren lagen unter dem Pazifischen Ozean und lösten einen Tsunami aus.

Tektonische Ursachen

Auch in Chile wirkt sich das Zusammenspiel der Nazca-Platte und der Südamerikanischen Kontinentalplatte fatal aus. Die Nasca-Platte bildet den Ozeanboden im Westen Perus und ist leichter als die südamerikanische Kontinentalmasse, auf der auch das Land Peru liegt. Daher schiebt sich die ozeanische Erdkruste mit einer Relativgeschwindigkeit von 77 Millimetern pro Jahr unter den Kontinent Südamerika.

Diese „Subduktion“ schiebt den Berggürtel der Anden, der etwa die Hälfte der peruanischen Landesfläche ausmacht, in die Höhe. Eine für die Menschen gefährliche Nebenerscheinung dieser tektonischen und geologischen Prozesse sind heftige Erdbeben.

Ausgewählte historische Erdbeben

Auch auf der Karte lässt sich die ungefähre Grenze zwischen der Nazca-Platte und Südamerikanischer Kontinentalplatte leicht nachvollziehen. Sie ist von zahlreichen Epizentren gesäumt.

Erdbebenkarte von Peru:


A: Seebeben bei Trujillo (14. Februar 1619) – Magnitude 8,6
B: Seebeben bei Ica (1687) – Magnitude 8,7
C: Seebeben vor Lima und Callao (28. Oktober 1746) – Magnitude 8,7
D: Seebeben bei Arica Peru/Chile (13. August 1868) – Magnitude mind. 8,5
E: Seebeben bei Chimbote (31. Mai 1970) – Magnitude 7,9

Besonders schwere Beben

Mehr als 20 Erdbeben in der peruanischen Geschichte erreichten eine hohe Magnitude von 7,0 oder mehr. Zahlreiche dieser Ereignisse brachten einigen Hundert Menschen den Tod. Das erste Beben, über das verlässliche Aufzeichnungen bestehen, trug sich im Jahr 1619 in der Nähe der heutigen Großstadt Trujillo zu und forderte über 7000 Menschenleben (Markierung A auf der Karte).

Die nächste große Katastrophe ereignete sich in nahe der Stadt Arica, in der Grenzregion zwischen Peru und Chile (Markierung D). Über 25.000 Opfer waren beiderseits der Staatsgrenze zu beklagen. Das weitaus folgenschwerste Beben ist weniger als ein halbes Jahrhundert her: Im Jahr 1970 starben in der Nähe von Chimbote rund 100.000 Menschen. Schuld am Ausmaß des Desaster war aber weder der schwere Erdstoß selbst noch der nachfolgende Tsunami, sondern eine immense Eis-Geröll-Lawine. Sie löste sich vom Berg Huascarán und begrub zwei Kleinstädte samt Bewohnern unter sich.