Erdbeben in Algerien

Algerien ist wohl das afrikanische Land mit der größten Erdbebengefahr. Dies bestätigt auch ein Blick auf die Karte historischer Beben (unten). Die Epizentren gruppieren sich rund um Algier.

Tektonische Ursachen

Mit einer Geschwindigkeit von rund vier Zentimetern jährlich schiebt sich die Afrikanische Kontinentalplatte gegen und über die große Eurasische Platte, auf der auch Deutschland liegt. Eine Folge dieses Konfrontationskurses ist die Auffaltung des nordafrikanischen Atlasgebirges mit seinen parallel verlaufenden Gebirgsketten. Dieser Prozess ist mit Erdbeben in Algerien und Marokko verbunden.

Ausgewählte historische Erdbeben

Die algerischen Erdbeben, von denen in der folgenden Karte nur die wichtigsten vermerkt sind, konzentrieren sich entlang der Küstenlinie des Mittelmeeres. Hier verläuft die kritische Subduktionszone zwischen der Afrikanischen und Eurasischen Platte. Sehr stark betroffen ist insbesondere der bevölkerungsreiche Großraum rund um die Hauptstadt Algier.

Erdbebenkarte von Algerien:


A: Algier (1716)
B: Blida (2. März 1825)
C: Provinz Chlef/El-Asnam (9. September 1954) – Magnitude 6,5
D: Provinz Chlef/El-Asnam (10. Oktober 1980) – Magnitude 7,3
E: Provinz Boumerdès (21. März 2003) – Magnitude 6,8

Besonders schwere Beben

In den vergangenen 300 Jahren hat Algerien etliche starke und zerstörerische Erdbeben überstehen müssen. Gemessen an der Zahl der Todesopfer ist eine extreme Katastrophe glücklicherweise bislang ausgeblieben. Das Maximum an Menschenleben kostete das Beben in der Region Algier aus dem Jahr 1716 (Markierung A auf der Karte). Dort starben rund 20.000 Menschen.

Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Algerien heftige Erdbeben. Zwei von ihnen trafen die Provinz Chlef, westlich von Algier, ein weiteres die Provinz Bourmerdès östlich der Hauptstadt. In Boumerdès (Markierung E) starben etwa 2300 Menschen. Die wahre Zerstörungskraft des Erdbebens zeigte sich aber darin, dass schätzungsweise 200.000 Einwohner ihre zerstörten Häuser verlassen mussten.