Erdbeben in Syrien

Syrien befindet sich am nördlichen Abschnitt der „Totes-Meer-Verwerfung“, die in vielen Teilen des Nahen Ostens für Erdbeben verantwortlich ist.

Tektonische Ursachen

Die „Totes-Meer-Verwerfung“ ist der nördliche Ast eines Systems von Grabenbrüchen, die vom bekannten Ostafrikanischen Grabenbruch ausgehen. Dabei handelt es sich um Schwächezonen in der Erdkruste, in denen Gesteinspartien absinken. Im Nahen Osten verläuft die Totes-Meer-Verwerfung vom Golf von Akaba im Süden über den Jordangraben und das libanesische Bekaa-Tal bis etwa zur türkisch-syrischen Landesgrenze.

Die Verwerfung ist gleichbedeutend mit der Grenze zwischen der Arabischen Erdplatte im Osten und der Afrikanischen Kontinentalplatte im Westen. Was das Zusammentreffen dieser Erdplatten so brisant macht, ist ihre unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeit, die zu einem Spannungsaufbau in der Erdkruste führen kann.

Ausgewählte historische Erdbeben

Neben dem Südwesten Syriens, in der Nähe des Libanon, war insbesondere die Gegend um die nördliche Stadt Aleppo häufig Schauplatz von kräftigen Erdbeben.

Erdbebenkarte von Syrien:


A: Aleppo (29. November 533)
B: bei Damaskus (20. April 1067) – Magnitude 6,5
C: Aleppo (11. Oktober 1138), wie Markierung A
D: Damaskus (1157), wie Markierung B
E: Nablus/Grenze zu Israel (20. Mai 1202) – Magnitude 7,6
F: Grenzgebiet zu Libanon (6. August 1757)
G: Aleppo (1822), wie Markierung A

Besonders schwere Beben

Offenbar wurde Aleppo im Jahr 1138 (Markierung C) tatsächlich von einem Katastrophenbeben heimgesucht. Die überlieferte Zahl von 230.000 Todesopfern ist aber höchstwahrscheinlich inkorrekt und beruht darauf, dass die Toten von drei schweren Beben fälschlicherweise addiert wurden. Dass 1822 in Aleppo sowie im türkischen Antakya (Markierung G) etwa 20.000 Menschen starben, dürfte dagegen weitgehend den Tatsachen entsprechen.