Erdbeben in Mexiko

Mehr als 50 Erdbeben der Magnitude 7,0 erschütterten Mexiko seit Beginn der historischen Aufzeichnungen. Meist hielt sich die Zahl der Todesopfer aber in engen Grenzen, da eher dünn besiedelten Landstriche betroffen waren.

19. September 2017: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 hat die Hauptstadt Mexiko-Stadt erschüttert. Bereits vor elf Tagen hatte sich ein noch heftigeres Beben vor der Südküste Mexikos ereignet, rund 80 Kilometer von der Stadt Pijijiapan entfernt. Vermutlich hatte es die Stärke 8,1, womit es das stärkste Beben des Landes seit mehr als drei Jahrzehnten wäre. Der zunächst befürchtete Tsunami war allerdings weitgehend ausgeblieben – wohl auch, weil das Beben in großer Tiefe stattfand.

Tektonische Ursachen

Während Mexiko zur Nordamerikanischen Kontinentalplatte zählt, beginnt an der Pazifikküste die Cocos-Erdplatte. Hier gleitet die schwere Cocos-Platte langsam unter die Kontinentalmasse. Bei diesem Prozess entstehen intensive Erdbeben entlang der mexikanischen Küstenregion.

Die tektonischen Gegebenheiten rund um die Karibische Platte (auf der unter anderem die Insel Hispaniola liegt) sind für Mexiko dagegen weniger relevant. Daher ist die Karibikküste kaum erdbebengefährdet.

Ausgewählte historische Erdbeben

Auch auf dieser Karte reihen sich die meisten Erdbeben entlang der Pazifikküste. Dargestellt ist nur eine kleine Auswahl der Beben. Das grundsätzliche Verteilungsmuster ändert sich dadurch aber nicht.

Erdbebenkarte von Mexiko:


A: „Temblores de San Sixto“ (28. März 1786) – Magnitude 8,6
B: Küste des Bundesstaats Guerrero (7. April 1845) – Magnitude 8,0
C: Jalisco (18. Juni 1932) – Magnitude 8,1
D: Orizaba/Veracruz (28. August 1973) – Magnitude 7,0
E: Michoacán (19. September 1985) – Magnitude 8,1
F: Pijijiapan (8. September 2017) – Magnitude 8,1

Besonders schwere Beben

Von den zahlreichen heftigen Erdbeben, die Mexiko im 18. und 19. Jahrhundert trafen, sind kaum Personenschäden bekannt geworden. Zur Zeit des sehr starken Bebens von 1786 (Markierung A auf der Karte) hatte ganz Mexiko allenfalls fünf Millionen Einwohner. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Bevölkerungszahl jedoch rasant gestiegen (auf mehr als 100 Millionen) – und damit auch die Zahl der potenziell erdbebengefährdeten Personen.

In der mexikanischen Provinz Veracruz starben 1973 rund 1000 Menschen. Die Provinz liegt – ein wenig untypisch – im Landesinneren abseits der Küsten. Die mit Abstand größte bisherige Katastrophe traf im Jahr 1985 unter anderem den Großraum von Mexiko-City (Markierung E). Das Epizentrum lag an der Pazifikküste des Bundesstaats Michoacán, hatte aber Auswirkungen in einem weiten Umkreis. Die Schätzungen zu den Todesopfern schwanken zwischen 10.000 und 40.000.

Angesichts der von hoher Bebauungsdichte, kombiniert mit oft schlechter Bausubstanz, ist zu befürchten, dass katastrophale Erdbeben in Mexiko zunehmen werden.