Erdbeben in Ecuador

Auch Ecuador ist Teil des „Pazifischen Feuerrings“, einer Subduktionszone, die entlang fast aller Küsten des Pazifischen Ozeans für Erdbeben verantwortlich ist. Das jüngste Erdbeben ereignete sich am 17. April 2016 in der Nähe der Hafenstadt Muisne und erreichte eine Stärke von 7,8. In dem Küstenstreifen entlang des Pazifiks starben mehr als 400 Menschen, Tausende wurden verletzt.

Tektonische Ursachen

Vor der Küste Ecuadors wandert die Nazca-Erdplatte unter die Südamerikanische Platte. Insofern sind die tektonischen Gegebenheiten ähnlich wie in Peru und Chile. Allerdings werden die meisten Erdbeben des Landes nicht direkt durch diese Subduktion hervorgerufen, sondern durch Verwerfungen im Landesinneren.

Eine gewisse Rolle spielen auch die vulkanischen Aktivitäten. Ecuador besitzt noch heute neun aktive Vulkane, die potenziell Erdbeben auslösen können.

Ausgewählte historische Erdbeben

Die wichtigste seismische Zone lässt sich auf der Karte schön erkennen: Sie liegt im Zentrum des Landes, im Hochgebirge der Anden. Eine deutliche Ausnahme bildet das Epizentrum des Seebebens von 1906 (Markierung D). Auch das Beben von Muisne (Markierung F) liegt abseits der Andenkämme.

Erdbebenkarte von Ecuador:


A: Riobamba (4. Februar 1797) – Magnitude ca. 8,3
B: Quito (22. März 1859)
C: Ibarra, Guayaquil (16. August 1868) – Magnitude 7,7
D: Seebeben vor der Küste, Esmeraldas (31. Januar 1906) – Magnitude 8,8
E: Ambato (5. August 1949) – Magnitude 6,8
F: Muisne (17. April 2016) – Magnitude 7,8

Besonders schwere Beben

Das Erdbeben aus dem Jahr 1868 (Markierung C) bestand eigentlich aus zwei annähernd gleich starken Beben, die den Norden Ecuadors im Abstand von einigen Stunden erschütterten. Die Gesamtzahl der Todesopfer betrug laut Schätzungen zwischen 40.000 und 70.000.

Fast genau im Zentrum des Landes ereignete sich 1797 das zweite katastrophale Erdbeben des Landes. In der Stadt Riobamba und dem bergigen Umland starben bis zu 40.000 Personen (Markierung A).

Da Erdbeben nicht vor Landesgrenzen Halt machen, betreffen die ecuadorianischen Epizentren zuweilen auch das Nachbarland Kolumbien. Das Seebeben vor der Stadt Esmeraldas (Markierung D) forderte mittels eines Tsunamis insgesamt rund 1000 Menschenleben – jeweils die Hälfte in Ecuador und Kolumbien.