Erdbeben in Ägypten

Als einer von wenigen afrikanischen Staaten erlebt Ägypten gelegentlich schwere Erdbeben. Die Gründe liegen vor allem in der Plattentektonik östlich des Landes.

Tektonische Ursachen

Schuld an ägyptischen Erdbeben ist im Wesentlichen die Totes-Meer-Störungszone. Diese zieht sich über den Golf von Akaba und das Jordantal nordwärts. Entlang der Störungszone stoßen die Afrikanische Kontinentalplatte und die Arabische Platte aneinander und lösten in historischer Zeit zum Teil heftigste Erdbeben aus. Nähere Informationen zu dieser tektonischen Dynamik hier. Da die ägyptischen Großstädte von dem Geschehen meist über 200 Kilometer entfernt sind, halten sich die Auswirkungen in Grenzen.

Eine andere Gefahr kommt über das Wasser: Die ägyptische Mittelmeerküste wurde von mindestens einem Tsunami getroffen, der in griechischen Gewässern ausgelöst wurde.

Ausgewählte historische Erdbeben

Die Epizentren der Beben gruppieren sich um die Halbinsel Sinai und das dicht bevölkerte Nildelta. Im fast menschenleeren Hinterland bzw. in der Sahara sind laut dieser Karte keine signifikanten seismischen Aktivitäten verzeichnet.

Erdbebenkarte von Ägypten:


A: Alexandria (217 v.Chr.)
B: Eilat/Israel (20. April 1067)
C: Kairo (2. September 1752)
D: Sharm el-Sheikh (31. März 1969)
E: Kairo (12. Oktober 1992) – Magnitude 5,8

Besonders schwere Beben

Ein Erdbeben im Jahr 1752 soll in der ägyptischen Hauptstadt Kairo 40.000 Todesopfer gefordert haben (Markierung C). Noch verheerender war wohl ein Beben in der Küstenstadt Alexandria im Jahr 217 v. Chr. (Markierung A). Historische Quellen sprechen von 75.000 Toten. Ob diese Zahlen korrekt sind, lässt sich nur schwer nachvollziehen.

Im Jahr 365 n. Chr. traf es erneut Alexandria. Diesmal war es allerdings ein Tsunami, der von einem Erdbeben mit Epizentrum bei Kreta ausgelöst wurde. Etwa 500 Kilometer liegen zwischen Kreta und Alexandria – für einen kräftigen Tsunami ein Katzensprung.

Das schwerste Beben der jüngeren Vergangenheit traf 1992 erneut das dicht bebaute Kairo. Es starben zwar „nur“ gut 500 Menschen, aber 50.000 wurden obdachlos. Die Architektur Ägyptens ist meist nicht gegen Erdbeben gewappnet.