Erdbeben in der Schweiz

Die Menschen in der Schweiz erleben nur selten intensive Erdbeben. Allerdings ist das Risiko etwas höher als in den Nachbarländern Österreich und Deutschland.

Tektonische Ursachen

Die Oberrheinische Tiefebene ist ein alter Grabenbruch. Hier sind Teile der Erdkruste abgesunken, wodurch Spalten und Verwerfungen im Gestein entstanden. Entlang dieses Grabenbruchs, der bei Basel seine Richtung verändert, sind noch heute tektonische Aktivitäten feststellbar.

Im Süden der Schweiz wirken sich die Bewegungen der Kontinentalplatten am stärksten aus: Die Afrikanische Erdplatte (und mit ihr die Apulische Platte, auf der Italien liegt) drückt von Süden gegen die Eurasische Kontinentalplatte. Vor allem im Kanton Wallis entladen sich die Spannungen manchmal als regionale Erdbeben.

Ausgewählte historische Erdbeben

Auf der Karte sind Häufungen im Wallis und im Raum Basel verzeichnet. Aber auch im Engadin und der Zentralschweiz treten vermehrt Erdbeben mittlerer Stärke auf.

Erdbebenkarte der Schweiz:


A: Kaiseraugst (250 n.Chr.) – Magnitude 6,9
B: Churwalden (1295) – Magnitude 6,5
C: Reinach/Basel (18. Oktober 1356) – Magnitude bis zu 6,9
D: Ardon VS/Wallis (1524) – Magnitude 6,4
E: Aigle VD (11. März 1584) – Magnitude 6,4
F: Region Unterwalden (18. September 1601) – Magnitude 6,2
G: Naters (6. Dezember 1755) – Magnitude 6,1
H: Sierre VS (25. Januar 1946) – Magnitude bis zu 6,0

Besonders schwere Beben

Die Katastrophe von Basel (Markierung B) aus dem Jahr 1356 gilt als stärkstes Erdbeben Mitteleuropas in historischer Zeit. Wie häufig bei mittelalterlichen Ereignissen, ist die Zahl der Toten mangels verlässlicher Quellen sehr umstritten. Die Schätzungen schwanken zwischen 100 und 2000. Viele Häuser wurden auch durch ausgelöste Brände zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt dauerte etwa 15 Jahre.

Bemerkenswert ist auch das Beben in der Region Unterwalden im Jahr 1601 (Markierung F). Der Erdstoß löste Gestein aus den Berghängen, das in den Vierwaldstättersee rutschte. Von dort rollte eine vier Meter hohe Flutwelle auf die Stadt Luzern zu – eine Art Tsunami in einem Binnenland.