Erdbeben in Papua-Neuguinea

Der gesamte Norden von Papua-Neuguinea ist von Erdbeben bedroht. Die Aufzeichnungen reichen in dieser wenig erforschten Region nur rund ein halbes Jahrhundert zurück.

Tektonische Ursachen

Wie auch im benachbarten Indonesien ist die tektonische Situation von Papua-Neuguinea sehr komplex. Besonders wichtig für der Erdbebenaktivität ist die Australische Platte, auf der die Hauptinsel Neuguinea liegt. Diese Australische Platte schiebt nach Nordosten, in Richtung des Pazifischen Ozeans (der Pazifischen Platte).

Zwischen diesen beiden Hauptakteuren, der Australischen und Pazifischen Platte, ist die Erdkruste in mindestens drei weitere „Mikroplatten“ aufgebrochen: der Nordbismarckplatte, Südbismarckplatte und Manusplatte. Dieses Konstellation macht das Meeresgebiet der Bismarcksee – zwischen Neuguinea und Neubritannien – zu einer tektonisch einzigartigen Zone.

Ausgewählte historische Erdbeben

Von Erdbeben betroffen ist vor allem der Norden und Nordwesten Papua-Neuguineas. Liegt das Epizentrum in der Bismarcksee oder der Salomonsee, bilden sich bei ausreichender Magnitude häufig Tsunamis.

Erdbebenkarte von Papua-Neuguinea:


A: Seebeben vor Neubritannien (26. Juli 1971) – Magnitude 8,1
B: Seebeben vor der Nordküste (17. Juli 1998) – Magnitude 7,1
C: Lae (6. April 1999) – Magnitude 6,4
D: Sandaun (8. September 2002) – Magnitude 7,6

Besonders schwere Beben

Obwohl die historischen Aufzeichnungen lückenhaft sind, steht fest, dass Erdbeben mit Magnituden über 7,0 recht häufig auftreten. Viele Beben verlaufen glücklicherweise ohne nennenswerte Schäden, da die betroffenen Regionen Neuguineas dünn besiedelt sind. Potenziell am stärksten bedroht ist Lae, mit rund 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes (siehe auch Markierung C).

Das vermutlich folgenschwerste Erdbeben der letzten Jahrzehnte traf im Jahr 1998 die Nordküste (Markierung A). Das Beben verursachte eine 15 Meter hohen Tsunami, der weit über 2000 Menschenleben kostete.