Erdbeben in Spanien

Wie in anderen Staaten am Mittelmeer treten auch in Spanien regelmäßig Erdbeben auf. Meistens sind sie aber leicht oder mittelschwer.

Tektonische Ursachen

Vor allem Südspanien steht unter dem direkten Einfluss der Kollision von Afrikanischer und Eurasischer Kontinentalplatte. Etwa mit einer Geschwindigkeit von sechs Millimetern jährlich strebt die Afrikanische Platte nach Nordwesten. Wenn sich die Plattenkanten verhaken, kann es zu Erdbeben kommen. Auch die Bergketten im südlichen Andalusien sind eine Folge dieser tektonischen Prozesse.

Eine zweite wichtige Erdbebenzone sind die Pyrenäen. Die Ursachen für die Beben liegen hier weniger auf der Hand. Nach wissenschaftlicher Ansicht spielen unter anderem großräumige Massenverlagerungen in der Bergregion ein wichtige Rolle.

Ausgewählte historische Erdbeben

Auf dieser Karte ist nur ein kleiner Teil der historisch überlieferten Beben dargestellt. Beispielsweise wurde die Stadt Cordoba im 10. Jahrhundert n.Chr. rund sechs Mal von Erdbeben heimgesucht.

Erdbebenkarte von Spanien:


A: Seebeben im Golf von Cadiz (881 n.Chr.) – Magnitude 7,2
B: Cordoba (955 n.Chr.) – Magnitude 5,7
C: Andújar (1169)
D: Ribagorza (2. März 1373)
E: Tavernes de la Valldigna (18. Dezember 1396) – Magnitude 6,5
F: Olot (15. Mai 1427)
G: Dúrcal (29. März 1954) – Magnitude mind. 7,0
H: Lorca (11. Mai 2011) – Magnitude mind. 5,1

Besonders schwere Beben

Die meisten schweren Erdbeben Spaniens datieren in früheren Jahrhunderten. Beispielsweise wurde im Jahr 1396 die Stadt Tavernes de la Valldigna – in der Nähe des heutigen Valencia – heftig getroffen (Markierung E auf der obigen Karte). Im Jahr 2011 bebte die Erde in Lorca/Region Murcia (Markierung H). Dabei starben neun Menschen, etliche Gebäude wurden zerstört. Zwar lag die offiziell gemessene Magnitude nur bei 5,1 – allerdings lag der Erdbebenherd nur knapp unter der Erdoberfläche, was die Zerstörungskraft deutlich verstärkte.