Erdbeben in Deutschland

Eine Angst vor schweren Erdbeben in Deutschland ist völlig unbegründet. Deutschland liegt auf dem Kontinentalsockel der Eurasischen Kontinentalplatte – und zwar in komfortablem Abstand zu den Plattenrändern. Die Erdbeben im östlichen Mittelmeer, die von der nordwärts driftenden Afrikanischen Platte verursacht werden, betreffen kaum die Regionen nördlich der Alpen.

Historische Erdbeben

In den vergangenen Tausend Jahren erlebten die Menschen in Deutschland etwa ein Dutzend Erdbeben mit einer Magnitude von über 5,0. Dies deutet auf eine seismische Aktivität hin, die im internationalen Maßstab vernachlässigbar gering ist. Das vermutlich schwerste Beben dieser Zeit traf 1756 die nordrhein-westfälische Stadt Düren und forderte vier Menschenleben.

Ein bedeutsames Ereignis war 1356 das Erdbeben von Basel. Obwohl der Erdbebenherd in der benachbarten Schweiz lag, waren die Auswirkungen auch die Deutschland deutlich spürbar. Das wahrscheinlich stärkste historische Beben nördlich der Alpen hat eine Magnitude von (geschätzt) 6,9 und tötete bis zu 3000 Menschen. Diese Angaben sind allerdings sehr umstritten.

Erdbebenzonen in Deutschland – By Störfix (selbst gezeichnet) [CC-BY-2.0-de], via Wikimedia Commons

Erdbebenregionen

Die höchste Erdbebengefahr besteht in Deutschland in der „Kölner Bucht“, auf der Schwäbischen Alb sowie im äußersten Südwesten Baden-Württembergs. Ein geringes Risiko weisen außerdem der Rheingraben, das Voralpenland sowie die Gegend um Gera/Thüringen auf. Aber sogar in Schleswig-Holstein wurden vereinzelte Beben gemessen.

Hauptgrund für die seltenen deutschen Beben sind Fernwirkungen der nordwärts wandernden Afrikanischen Kontinentalplatte. Entlang des Rheines befindet sich eine Schwächezone in der Erdkruste, die sensibel auf Spannungsänderungen im Untergrund reagiert.

Eine Besonderheit war das Erdbeben im Saarland vom 23. Februar 2008. Es wurde offensichtlich vom Steinkohlenbergbau ausgelöst und erreichte eine beachtliche Magnitude von mindestens 4,0. Zwar wurde kein Mensch verletzt und auch die Gebäudeschäden hielten sich in Grenzen, dennoch verstärkte das Ereignis die grundsätzlichen Zweifel an der Bergbausicherheit.

Wie bei fast jeder Untertage-Rohstoffförderung entstehen beim Kohlenbergbau einsturzgefährdete unterirdische Hohlräume und Spannungen im Gestein, die sich plötzlich entladen können. Solche von Menschen verursachte Beben haben aber meist nur einen Bruchteil der Zerstörungskraft, mit denen tektonische Beben aufwarten.