Häufige Fragen zu Erdbeben

Gab es schon immer Erdbeben auf der Erde?
Gibt es auf anderen Planeten Erdbeben?
Können Tiere Erdbeben vorausahnen?
Wie viele Erdbeben werden jeden Tag gemessen?
Kann es in Deutschland zu schweren Erdbeben kommen?
Was ist das richtige Verhalten bei einem Erdbeben?

Gab es schon immer Erdbeben auf der Erde?

Nein – oder jedenfalls nicht im heutigen Sinne. Die meisten aktuellen Erdbeben-Ereignisse sind auf Bewegungen von Erdplatten zurückzuführen (Plattentektonik). Das setzt aber voraus, dass überhaupt eine feste Erdkruste existiert, die sich bewegen und „wackeln“ kann. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen entstand diese Kruste frühestens vor 4,4 Milliarden Jahren, also 200 Millionen Jahre nach der Erdentstehung.

Gibt es auf anderen Planeten Erdbeben?

In Anbetracht der unendlichen Weiten des Weltalls ist es sehr unwahrscheinlich, dass unsere Erde ein Unikat ist. Daher wird es irgendwo sicherlich auch Erdbeben geben. Aber wahrscheinlich wird kein weiterer Planet unseres Sonnensystems von Beben gerüttelt. Wissenschaftler halten unsere Erdbeben auslösende Plattentektonik für einen Einzelfall zwischen Merkur und Neptun. Der Grund ist der besondere Aufbau der Erdschichten, bei denen auch das bei uns ausreichend vorhandene Wasser eine wichtige Rolle spielt.

Können Tiere Erdbeben vorausahnen?

Immer wieder gibt es Berichte von außergewöhnlichem Tierverhalten vor einem Erdbeben. Bereits im antiken Griechenland sollen sich Ratten, Käfer und Schlangen vor Erdstößen in Sicherheit gebracht haben. Auch im alten Rom und 1783 in Sizilien wurden Haustiere wild und machten lautstark auf die drohende Gefahr aufmerksam. Der Höhepunkt folgte dann am 4. Februar 1975: Auch aufgrund von Tierbeobachtungen wurde die chinesische Stadt Haicheng evakuiert – knapp 10 Stunden, bevor tatsächlich ein Beben der Magnitude 7,3 die Region erschütterte.

Laut einer Theorie reagieren manche Tierarten empfindlich auf elektrisch geladene Schwebeteilchen. Aufgeladen werden sie durch elektrische Ströme, die vor Erdbeben aus dem Erdinneren austreten können. Viele Wissenschaftler sind allerdings weiterhin skeptisch, ob Tiere tatsächlich zur Erdbebenvorhersage taugen.

Wie viele Erdbeben werden jeden Tag gemessen?

Täglich registrieren die Messgeräte weltweit über 9000 Erdbeben. Aber höchstens zwei Prozent davon sind so stark, dass wir Menschen die Auswirkungen direkt spüren. Die große Masse der kleinen und kleinsten Beben lässt sich nur mit ausgefeilter Messtechnik aufspüren.

Kann es in Deutschland zu schweren Erdbeben kommen?

Das ist äußerst unwahrscheinlich. Zwar verlaufen auch in Deutschland Bruchzonen, die Erdbeben auslösen können, aber die Bewegungen der Erdschollen sind nur gering ausgeprägt. Der potenziell bedrohliche Rand der Eurasischen Kontinentalplatte ist zu weit von Deutschland entfernt. Auch der hiesige Kohlenbergbau kann Beben hervorrufen, stellt aber ein überschaubares Risiko dar. Das vermutlich stärkste deutsche Beben aus dem Jahr 1756 hatte die Magnitude von 6,4 und forderte vier Menschenleben. Katastrophalere Ereignisse sind in absehbarer Zeit kaum zu erwarten.

Was ist das richtige Verhalten bei einem Erdbeben?

Erdbeben dauern meistens nur wenige Sekunden bis einige Minuten. Diese Zeit reicht allenfalls, um das eigene Leben in Sicherheit zu bringen.

  • Wer sich außerhalb von Gebäuden befindet, hat meist die besten Chancen. Man sollte möglichst eine große Freifläche aufsuchen und die Nähe von Häusern meiden.
  • Wer in einem Gebäude nahe der Außentür steht, sollte ins Freie flüchten.
  • Wer sich mitten in einem Gebäude aufhält, sollte zunächst dort bleiben und den bestmöglichen Schutz suchen. Die Zeit das Haus zu verlassen, ist vermutlich nicht mehr ausreichend.
  • Innerhalb von Gebäuden sind die besten Plätze oft im Zentrum eines Raumes oder unter einem Türrahmen. Auch ein stabiler Tisch kann einen Menschen vor herabfallenden Trümmern schützen.