Erdbeben auf den Philippinen

Die Philippinen sind von zahlreichen Naturgefahren bedroht: Neben Erdbeben müssen die mehr als 90 Millionen Einwohner mit Vulkanausbrüchen und Sturmkatastrophen rechnen. Vor allem das Erdbebenrisiko ist im ganzen Inselstaat dauerhaft präsent.

Tektonische Ursachen

Direkt oder indirekt werden die Erdbeben meist von einer Erdplatte ausgelöst, die ihren Namen nach dem Inselstaat bekommen hat: Die Philippinische Platte schiebt (etwa im Gleichschritt mit der Pazifischen Platte) mit großer Energie gegen die Eurasische Platte. Die tektonischen Prozesse in dieser Region sind im Detail sehr komplex und teilweise noch unerforscht.

Die Philippinische Platte besteht hauptsächlich aus Ozeanboden, durchschneidet aber auch die bevölkerungsreiche Insel Luzon. Vor der Ostküste der Philippinen taucht die Erdplatte bis in tiefere Erdschichten ab und bildet hier einen Tiefseegraben, der an manchen Stellen mehr als 10.000 Meter erreicht. Die gesamte Philippinische Platte ist von Tiefseegräben und Vulkanen umrandet, was die gewaltigen Kräfte veranschaulicht, die hier in der Erdkruste auftreten.

Ausgewählte historische Erdbeben

Auf der Karte sind nur einige wenige Epizentren verzeichnet. Grundsätzlich können Erdbeben in jedem Landesteil auftreten – auch rund um die Millionenstädte Manila, Cebu und Davao.

Erdbebenkarte der Philippinen:


A: Seebeben vor Iloilo, „Lady Caycay Erdbeben“ (30. November 1645) – Magnitude 7,5
B: Seebeben vor Iloilo, „Lady Caycay Erdbeben“ (25. Januar 1948) – Magnitude 8,2
C: Golf von Moro, Seebeben von Mindanao (16. August 1976) – Magnitude 8,1
D: Luzon (16. Juli 1990) – Magnitude 7,8
E: Provinz Bohol (15. Oktober 2013) – Magnitude 7,2

Besonders schwere Beben

Ein Katastrophenbeben mit sehr großen Opferzahlen ist auf den Philippinen bislang ausgeblieben. Bedenkt man allerdings die dynamische Siedlungsentwicklung des Landes, sind folgenschwere Beben für die Zukunft keineswegs ausgeschlossen.

Das wohl energiereichste Erdbeben in historischen Zeiten traf 1948 die Insel Panay (Markierung B). Es ist unter dem Namen „Lady-Caycay-Erdbeben“ bekannt worden, löste einen Tsunami und Erdrutsche aus. Trotz erheblicher Zerstörungen in der Stadt Iloilo kamen aber nur wenige Menschen ums Leben.