Erdbeben in Nicaragua

Wie fast ganz Mittelamerika ist auch Nicaragua erdbebengefährdet. Die Ursachen sind ähnlich wie beispielsweise in El Salvador.

Tektonische Ursachen

Die Gründe für die seismischen Aktivitäten liegen im Pazifischen Ozean: Hier schiebt sich die Cocos-Erdplatte unter die Karibische Platte, auf der sich das Staatsgebiet von Nicaragua befindet. Die größte Erdbebenrisiko trifft daher den südlichen Landesteil mit der Hauptstadt Managua.

Für Geologen und Seismologen sehr interessant ist auch die Grenze zwischen der Cocosplatte und der südlich angrenzenden Nazca-Platte. In diesem „Cocos-Nazca Spreading Center (CNS)“ entsteht neuer Ozeanboden, während sich die beiden Platten voneinander weg bewegen.

Ausgewählte historische Erdbeben

Wie eben erläutert, müssen vor allem die Menschen im dicht besiedelten Süden Nicaraguas Erdbeben fürchten. In der Karte sind nennenswerte Beben des 20. Jahrhunderts verzeichnet.

Erdbebenkarte von Nicaragua:


A: Managua (31. März 1931) – Magnitude 5,6
B: Masachapa (24. Oktober 1956) – Magnitude 7,3
C: Managua (23. Dezember 1972) – Magnitude 6,2
D: Seebeben im Pazifik (2. September 1992) – Magnitude 7,6

Besonders schwere Beben

Die beiden folgenreichsten Erdbeben des 20. Jahrhundert trafen Managua. Das Beben aus dem Jahr 1931 (Markierung A auf der Landkarte) forderte 2000 Todesopfer und machte rund 50.000 Menschen obdachlos. Das Erdbeben des Jahres 1972 (Markierung C) hatte eine geringere Magnitude – aber das Hypozentrum (Erdbebenherd) lag höher in der Erdkruste. Daher starben 6000 Menschen und etwa eine Viertelmillion verloren ihre Wohnung.

Gerade sehr arme Länder wie Nicaragua stehen nach derartigen Katastrophen vor kaum lösbaren Problemen. Im Umland der nicaraguanischen Hauptstadt leben heute rund 2,5 Millionen Menschen, also fast die Hälfte der Landesbewohner.