Erdbeben in Haiti

Gemeinsam mit der Dominikanischen Republik teilt sich Haiti das Territorium der Antilleninsel Hispaniola. Wer von Haiti und Erdbeben redet, der meint vor allem den 12. Januar 2010, als die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince in Schutt und Asche fiel.

Tektonische Ursachen

Die gesamte Insel Hispaniola liegt gefährlich nahe an der Grenze zweier Erdplatten: der Karibischen Platte im Süden (auf der sich auch Haiti befindet) und der Nordamerikanischen Platte im Norden und Nordosten.

Noch problematischer als diese Plattengrenze selbst ist aber offensichtlich eine parallel verlaufende Störungszone. Sie durchschneidet den Süden Haitis und verläuft sehr nahe an Port-au-Prince. Dies ist der Hauptgrund, warum die Hauptstadt Haitis ein extrem gefährlicher Wohnort ist.

Epizentrum von 2010 auf Haiti

Epizentrum von 2010 auf Haiti © Public Domain

Ausgewählte historische Erdbeben

Die Epizentren auf der Landkarte deuten an, dass die Mehrzahl der Erdbeben die südliche Störungszone betreffen – und weniger die karibisch-nordamerikanische Plattengrenze im Norden.

Erdbebenkarte von Haiti:


A: Port-au-Prince (21. November 1751) – Magnitude 8,0
B: Süden Haitis, Port-au-Prince (3. Juni 1770) – Magnitude 7,5
C: Cap-Haitien (7. Mai 1842) – Magnitude 8,1
D: Port-au-Prince (12. Januar 2010) – Magnitude 7,0

Besonders schwere Beben

Insgesamt drei Mal haben Erdbeben Port-au-Prince dem Boden gleich gemacht: 1751, 1770 und 2010 (Markierungen A, B und D). Keines war aber so desaströs wie die Katastrophe von 2010. Seriöse Schätzungen gehen von etwa 230.000 Toten und über einer Million Obdachlosen aus.

Auch mehrere Jahre nach dem Katastrophenbeben hat sich die Lage in Haiti nur unwesentlich verbessert. Noch immer leben Hunderttausende in provisorischen Unterkünften. Haiti zählt zu den ärmsten Staaten der Welt und besitzt kaum eigene Ressourcen, den Wiederaufbau entscheidend voranzutreiben. Ohne Spenden aus reicheren Ländern wird sich die Situation nur langsam entspannen können.