Erdbeben in Indonesien

Ende 2004 ereignete sich in Indonesien ein katastrophales Beben, dessen Folgen bis heute sichtbar sind. Weitere schwere Beben und Tsunamis können sich hier in Südostasien jederzeit wiederholen. Das letzte starke Beben ereignete sich am 7. Dezember 2016 in der Region Aceh auf Sumatra. Das Beben der Magnitude 6,4 tötete rund 100 Menschen. Dieselbe Region war bereits Schauplatz des Katastrophenbebens aus dem Jahr 2004.

Tektonische Ursachen

Der Inselstaat Indonesien befindet sich in einer außerordentlich instabilen tektonische Zone. Hier ist die Erdkruste vermutlich in zahlreiche kleine Erdplatten aufgesplittert. Die Forschungen zur genauen Abgrenzung der Platten sind noch nicht abgeschlossen. Neben der Sunda-Platte, auf der sich der Westen Indonesiens befinden soll, wurden bisher Bandaseeplatte, Bird’s-Head-Platte, Molukkenseeplatte und Timorplatte benannt. Gefährlich wird es für die Menschen immer dann, wenn die Erdplatten stark in Bewegung geraten und sich verhaken.

Besonders kritisch ist die Lage erfahrungsgemäß an der südlichen Küstenlinie der Sunda-Inseln, zum Beispiel Sumatra und Java. Hier befindet sich eine so genannte Subduktionszone. Sie entsteht, weil die große Australische Kontinentalplatte Richtung Norden drückt und tief unter die Sunda-Platte abtaucht. Entlang dieser Plattengrenze entstehen häufig energiereiche Erdbeben. Außerdem reihen sich hier einige Vulkane aneinander: Die Eruptionen des Tambora und des Krakatau waren die stärksten Vulkanausbrüche in historischer Zeit.

Die beschriebene Subduktionszone gilt als Bestandteil des „Pazifischen Feuerrings“, obwohl sie nicht am Pazifik, sondern am Indischen Ozean liegt.

Ausgewählte historische Erdbeben

Keine Auflistung indonesischer Erdbeben könnte vollzählig sein – zu häufig sind diese Ereignisse. Auf der folgenden Karte lässt sich der ungefähre, bogenförmige Verlauf der Subduktionszone sehr deutlich erkennen. Sie wird durch zahlreiche Epizentren markiert, die teilweise auf den Sunda-Inseln, teilweise vor der Küste in Indischen Ozean liegen.

Erdbeben in Indonesien
A: Bali (22. November 1815)
B: Seebeben vor Sumatra (25. November 1833) – Magnitude mind. 8,8
C: Seebeben vor Sumatra (16. Februar 1861) – Magnitude 8,5
D: Bali (20. Januar 1917), auf der Karte „A“ verdeckt – Magnitude 8,6
E: Seebeben in der Bandasee (1. Februar 1938) – Magnitude 8,5
F: Papua/Indonesien (25. Juni 1976) – Magnitude 7,1
G: Flores (12. Dezember 1992) – Magnitude 7,8
H: Aceh (26. Dezember 2004; Magnitude 6,4 am 7. Dezember 2016) – Magnitude 9,1
I: Yogyakarta (26. Mai 2006) – Magnitude 6,3
J: Seebeben vor den Molukken-Inseln (15. November 2014) – Magnitude 7,1

Besonders schwere Beben

Vielen Menschen – nicht nur in Indonesien – sind die Bilder vom 26. Dezember 2004 noch in schrecklicher Erinnerung. Damals bebte die Erde vor der Küste Sumatras (Markierung H auf der Karte) und löste einen zerstörerischen Tsunami aus. Unmittelbar betroffen war die indonesische Provinz Aceh. Insgesamt starben etwa 230.000 Menschen, gut zwei Drittel davon in Indonesien, die Übrigen in Sri Lanka, Indien, Thailand und anderen überfluteten Küstenregionen. In allen betroffenen Ländern wurden zusammengerechnet 1,7 Millionen Einwohner obdachlos. Seit dem Jahr 2008 soll ein neues Vorwarnsystem die Überlebenschancen verbessern.

Auch in früheren Jahrhunderten wurde Indonesien häufig von schweren Beben getroffen (zum Beispiel 1797, 1833, 1861 und 1917). Die Zahl der Todesopfer war aber stets deutlich geringer als beim Aceh-Beben und betrug meist einige Tausend. Ein Grund für die moderateren Folgen ist, dass Indonesien zu jener Zeit viel dünner besiedelt war.